Welcher Angebots- und Verkaufspreis?

Überhöhte Angebotspreise können zu dramatischen Vermögensverlusten führen

Der Preis ist noch heißer, als bisher vermutet. Viele Experten haben es schon geahnt, durch eine Studie der Kreissparkasse Köln konnte dies jetzt nachgewiesen werden. Sie finden weiter unten ein Beispiel einer Immobilie, die derzeit einen Marktwert von 300.000 Euro hat. In der Studie wurden der ursprüngliche Angebotspreis, die Dauer der Vermarktung und der spätere Verkaufserlös untersucht.

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Kann die Pokertaktik die richtige Wahl sein?

Angebotspreis 5 Prozent über dem Marktwert

Wenn Sie eine Immobilie mit nur 5 Prozent (also 315.000 Euro) über dem Marktwert anbieten, müssen Sie mit einer Vermarktungsdauer von 63 Tagen rechnen und der Verkaufspreis wird sicherlich unter dem eigentlichen Marktwert der Immobilie liegen. Im Durchschnitt würden Sie diese also für etwa 297.000 Euro verkaufen. Eine Immobilie, die Sie für den richtigen Preis anbieten, wäre im Vergleich dazu schon nach etwa einem Monat verkauft – zu 90% sogar mit einem Gewinn gegenüber dem Marktwert von 5 – 10%. Im Vergleich zum richtigen Verkaufspreis würde der Verlust wahrscheinlich bei 3.000 – 33.000 Euro liegen.

Angebotspreis 10 Prozent über dem Marktwert

Sollte man auf den Verkaufspreis 10 Prozent Aufschlag (30.000 Euro) setzen, wird der „Verhandlungsspielraum“ größer und die Zeit bis zum Verkauf verlängert sich dramatisch, denn es sind dann schon durchschnittlich 281 Tage Vermarktungszeit, die benötigt werden. Der dadurch erzielte Verkaufserlös liegt dann durchschnittlich bei 289.500 Euro und bedeutet einen hohen Verlust von ca. 10.500 – 40.500 Euro gegenüber dem optimal festgelegten Verkaufspreis.

Wie die obigen Beispiele zeigen, ist es falsch, als Eigentümer zu denken: „Wenn es mehr Geld bringt, warte ich gerne ein Jahr.“

Ist der Einstiegspreis zu hoch, wird der Erlös desto niedriger. Dies bedeutet in Zahlen: Wer seine Immobilie mit einem leichten Verhandlungsspielraum von fünf Prozent (315.000 Euro) anbietet, verkauft seine Immobilie später fast zum Marktwert. Dies wären dann durchschnittlich 297.000 Euro. Sollten Sie mit zehn Prozent Aufschlag beginnen, landet die Immobilie schon 4,5 Prozent unter dem eigentlichen Marktwert und verkauft sich dadurch wie im Beispiel nur noch für 289.000 Euro.

Angebotspreis 20 Prozent über dem Marktwert

Ganz schlecht sieht es aus, wenn Anbieter mit 20% Aufschlag (360.000 Euro) über dem eigentlichen Marktwert einsteigen. Sie würden ganze 15 Prozent des Wertes Ihrer Immobilie verlieren und verkaufen dann im Durchschnitt erst nach 379 Tagen und dann auch nur noch für 255.000 Euro. Zu einer optimal angebotenen Immobilie liegt der Unterschied hier bei 45.000 – 75.000 Euro.

Durch die lange Vermarktungszeit und das falsche Taktieren auf dem Markt entstehen erhebliche Vermögensverluste.

Zusammengefasst: Welche Preisstrategien gibt es und was nützt es einem?

Variante 1

Angebotspreis hoch ansetzen und zocken: Die Zockerstrategie „Es wird sich schon ein Dummer finden“ bzw. „Runtergehen kann man noch immer“ birgt ein sehr großes Risiko! Diese Herangehensweise kann dazu führen, dass Ihre Immobilie zum Ladenhüter wird. Letzten Endes muss man mit erheblichen Preisnachlässen rechnen und seine Immobilie unter Umständen unter Wert verkaufen, da man den eigentlich erzielbaren Verkaufspreis nicht mehr durchgesetzt bekommt.

Variante 2

Zum Marktwert anbieten: Das impliziert eine realistische und effektive Herangehensweise, welche fair für beide Seiten ist und einen schnellen sowie sicheren Verkauf gewährleistet.

Variante 3

Zum Mindestpreis anbieten: Diese Herangehensweise bietet Chancen, denn hier wird die Immobilie bewusst zum Mindestpreis unter dem Marktwert angeboten. Die Nachfrage wird hierdurch enorm erhöht und der Preis durch die sehr hohe Nachfrage nach oben verhandelt. Durch diese Strategie sind sogar 5 – 10% Mehrerlös möglich.

Kurzum: Lassen Sie sich durch die Medien und den so genannten Immobilienboom nicht „blenden“. Die Situation ist zwar durch die Niedrigzinsphase gut, aber auch nur, wenn man alles richtig macht, erzielt man gute Preise. Wer aber über das Ziel hinausschießt und „zocken“ möchte, der zieht zwangsläufig den Kürzeren.

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