Das Geldwäschegesetz (GwG) – Pflichten für Makler und Kunden

Allgemeine Informationen & Aufklärung

Warum fragt Ihr Makler nach Ihrem Personalausweis bei der Besichtigung einer Immobilie?

Das Geldwäschegesetz führt auf Kundenseite zu Verunsicherung. Worum geht es? Wozu dient es? Und warum fragt der Immobilienmakler nach den Personalien, wenn man am Kauf oder Verkauf einer Immobilie interessiert ist?

Was beinhaltet das Geldwäschegesetz?

Das Geldwäschegesetz ist bereits seit mehreren Jahren gültig und verpflichtet verschiedene Berufsgruppen, wie z. B. Kreditinstitute, Finanzdienstleister, Versicherungsvermittler und auch Immobilienmakler, dazu, die Identität ihrer Kunden festzustellen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Gewinne aus Straftaten in Umlauf gebracht werden. Sollten diese Berufsgruppen bei der Überprüfung der Daten eine Widersprüchlichkeit oder Abweichung feststellen, müssen sie eine Verdachtsanzeige beim Landeskriminalamt aufgeben.

D. h. wenn Ihr Immobilienmakler Sie nach Ihrem Personalausweis fragt, um Ihre Identität festzustellen, macht er laut § 1 GwG und § 2 Abs. (1) GwG alles richtig.

Laut § 4 Abs. (6) GwG sind Sie als Kunde ebenfalls verpflichtet, dem Makler Auskünfte zu Ihrer Identität zu geben und den Ausweis vorzulegen. Dies gilt sowohl für natürliche als auch für juristische Personen.

Informieren Sie sich über detaillierte Inhalte und den genauen Wortlaut des Geldwäschegesetzes unter:

https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/BJNR182210017.html

Generell gilt:

Ein Makler ist dazu verpflichtet, die Identität seines Kunden festzustellen. Dazu muss sich der Makler den Personalausweis des Kunden zeigen lassen und die Daten vom Ausweis schriftlich festhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und vertraulich behandelt.

Wann sind die Pflichten gemäß GwG zu erfüllen?

Die Pflichten sind vor dem mündlich oder schriftlich abgeschlossenen Maklervertrag zu erfüllen. Spätestens jedoch, wenn es das erste Mal zu einem Zusammentreffen zwischen Makler und Kunden kommt, z. B. bei einer Besichtigung. Dies gilt in der Regel nur bei Veräußerungsgeschäften. Das Geldwäschegesetz greift nicht bei der Wohnungsvermietung.

  1. Der Immobilienmakler muss den Kunden identifizieren. Dies geschieht bei natürlichen Personen durch Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises, i.d.R. des Personalausweises, oder bei Unternehmen (juristische Personen/Personengesellschaften) durch Vorlage eines aktuellen Auszugs aus dem Handelsregister oder eines vergleichbaren amtlichen Registers oder Verzeichnisses.
  2. Name, Geburtsort und -datum, Staatsangehörigkeit, Anschrift, Ausweisnummer und ausstellende Behörde müssen vermerkt werden, z. B. durch eine Kopie des Ausweises.
  3. Ist der Kunde ein Unternehmen, werden die Firmenbezeichnung, der Geschäftszweck sowie Rechtsform, Registernummer, Anschrift und Sitz der Hauptniederlassung und der Name des gesetzlichen Vertreters vermerkt.
  4. Der Immobilienmakler muss die aufgenommenen Informationen/Kopien laut GwG fünf Jahre lang aufbewahren. Eine Verwendung der Daten zu anderen Zwecken erfolgt entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen von unserer Seite aus nicht.
  5. Der Makler ist dazu verpflichtet, zu prüfen, ob der Kunde im eigenen wirtschaftlichen Interesse oder für einen Dritten handelt.

Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD
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